
Unser Kleingartenverein hatte eigentlich einen anderen Namen und auch einen anderen Ort an dem er stand. 1929 herrschte durch die Weltwirtschaftskrise eine Hungers und Versorgungsnot in Deutschland (damals noch Deutsches Reich). Dadurch wurde beschlossen das am 06.10.1931 am Hohenzollernring eine Kleingartenanlage entstehen sollte mit 24 Gärten. Diese war dann dafür gedacht, dass damals arbeitslose Familien sich mit Lebensmitteln selbst versorgen konnten durch den Anbau von Obst und Gemüse. Die Kleinagartenanlage befand sich am Hohenzollernring und hieß dann auch Kleingartenanlage „Am Hochenzollernring“. Die Kleingärtner/innen konnte dann 1932 ihre arbeiten beginnen.
Im Jahr 1933 musste die Kleingartenanlage den militärischen Verwaltungsgebäuden,Kasernen der Luftwaffe und Wohnungen für Offizieren und ihren Familien weichen. Als Ersatzfläche erhielt der Kleingartenverein eine Weidefläche am Lütkenbeckerweg. Dort steht der Kleingartenverein Modersohnskamp e.V. heute noch nur mit mehr Gärten als 24.
1934/1935 fingen die Umgestaltung der Weidefläche in Kleingärten an. Damals war Max Deckert der ersten Vorsitzend des Vereins
Wurde der Kleingartenverein Modersohns Kamp e.V. gegründet mit dem Gelände an dem der Gartenverein sich nun befindet. Die Namensänderung des Vereins hatte mit der Umsiedlung der Kleingärten zu tun. Das Flurstück (Weidefläche) auf dem die jetzigen Kleingärten stehen hieß Modersohnskamp und wurde dann damals vom Verein als Name so übernommen. Da es keine offizielle Namensänderung in den Unterlagen des Stadt- und Bezirksverband gab, nahm man den ersten Pachtvertrag in dem der Name Kleingartenverein Modersohnskamp e.V. auftauchte am 14.08.1936 unterschrieben und am 11.11.1936 in kraft trennen sollte als amtliche Bestätigung.
Beteiligte sich der noch junge Kleingartenverein an der „Leistungsschau der Kleingärtner“ im Rahmen des 16. Kleingartentages. Dort stelten die Kleingärten Obst und Gemüse aus. Der Kleingartenverein Modersohnskamp e.V. mit großem Erfolg.
Am 14.12.1939 wuchs der Kleingartenverein auf 70 Kleingärten. Zusammen mit der „Stadtgruppe Münster der Kleingärten e.V.“ pachtete der Kleingartenverein noch weiteres Gelände des Grafen Droste zu Vischering - Erbdroste. In diesem Jahr wurden „moderne“ Gartenlauben auf den Kleingärten erbaut. Es wurde weiter im Teil 1 der Gartenanlage modernisiert. Es wurden im Rahmen der Gemeinschaftsarbeiten Hauptwege erschaffen und weitere Pumpen in Handarbeit geschlagen. Er wurde ein Spielplatz errichtet.
Am 01.09.1939 brach der 2. Weltkrieg aus und einige Gartenfreunde konnten ihre Kleingärten nicht mehr bewirtschaften weil sie als Soldaten eingezogen wurden.
Im Herbst 1944 wurde die Kleingartenanlage durch einen Bombenteppich so stark zerstört, das keiner daran glaubt das die Kleingärten je wieder aufgebaut werden könnten. In den Jahren davor trafen schon einzelne Bomben die Kleingartenanlage. Besonders der Teil 1 der näher am Stadtgebiet lag wurde stark bombardiert.
Die Bombardierungen hielten bis zum Frühjahr 1945 an und verrichteten noch erhebliche Schäden in den Kleingärten. Mit dem Einzug der Amerikaner und Engländer Anfang April 1945 endete dies.
Viele Kleingärten wiesen große Bombenkrater auf und viele Gartenlauben wurden komplett verstört. Die Gartenanlage bot ein trostloses Bild der Verwüstung und eine Darstellung des Wahnsinns des Krieges. In diesen schweren Zeiten übernahm Josef Langkamp den ersten Vorsitz des Vereins.
Nun begann der Wiederaufbau des Kleingartenverein mit erschwerten Lebensbedingungen, fehlendem Materialien und Hilfsmitteln. Es wurde improvisiert. Bombentrichter wurden mit Schaufel, Sparten und Eimern zugeschüttet, es wurden Tauschgeschäfte auf dem Schwarzmarkt getätigt um an Materialien zu kommen.
In der Nachkriegszeit wurden Lebensmittel zu Gold. Deswegen wurde die Kleingartenanlage, als sie wieder ertragsfähig war Tag und Nacht von den Kleingärtnern bewacht, damit kein Dieb die Ernte klaute.
Für die Tauschgeschäfte auf dem „Schwarz Markt“ bauten die Kleingärtner/innen auch Tabakpflanzen an um daraus Zigaretten zum Tausch für zB. Saatgut, Baumaterialien usw. zu erlagen.
Mit der Währungsreform besserten sich die allgemeinen Bedingungen in den Kleingärtenanlagen und das Leben „normalisierte“ sich langsam wieder. Erster Vorsitzender wurde dann Heinrich Iserath. In den Jahren bis 1954 wurden mit Hilfe eines Darlehens die Hauptwege, die Wege zum Lütkenbeckerweg, die Wege zu den Gartenhäusern und Bohrungen für neue Pumpen finanziert. In diesem Jahr gab es ein großes Sommerfest.
Wurde der Verein und die Kleingärtner vor eine weitere Herausforderung gestellt. Die schon geplante Umgehungsstraße (die schon vor dem Krieg entstehen sollte) wurde baulich umgesetzt. Der Straße forderte 10 Kleingärten und 4 Kleingärten wurden angeschnitten und dadurch verkleinert. Viele Kleingärten wurden verkleinert, so dass der Kleingartenverein auf dem Papier keine Gärten verlor sondern nur Fläche. Durch die Umgehungsstraße war das Vereinsleben nicht mehr das selbe. Die Ruhe und Beschaulichkeit war durch die Hauptstraße erheblich beeinträchtigt und auch die gut gepflegte Gemeinschaft der Kleingartenanlage wurde durch die Trennung negativ verändert, bis heute.
Zu dem Zeitpunkt wurde 1954 Josef Richter der erste Vorsitzende des Vereins. Die Teilung erforderte viele vielfältige Maßnahmen der Umstrukturierung, sodass es ab diesem Zeitpunkt offiziell Teil 1 und Teil 2 des Modersohns Kamp Kleingartenvereins gab. Mit den anliegenden Landwirten musste über neue Wege-Lösungen und Einzäunungen des Teil 2 verhandelt werden. Diese waren dann erfolgreich und Teil 2 wurde begehbar.
In der Nachkriegs- und Nach-Währungsreformjahren kam es dazu das Vereinsmitglieder als auch fremde Familien, die vom Ordnungsamt oder Wohnungsamt der Stadt Münster zugewiesen wurden, in den Gartenhäusern der Kleingärtnern wohnten. Das sorgte für viel Unmut und Diskussionsstoff. 1980 zog der letzte Bewohner aus der Kleingartenanlage aus.
Kam die Idee auf die beiden Gartenteile zu jeweils seperaten Gartenanlage zu machen. Die Trennungsbemühungen sollten aber nicht fruchten, so das der Vorstand versuchte, aus beiden Teilen des Kleingartenvereins den Vorstand zu bilden. Der Trennungsversuch wurde abgelehnt, da dieser zu hohen wirtschaftlichen und finanziellen Schäden hätten führen könnten.
In der Praxis führt dies aber zu schweren Bürden für den Vorstand. Die Entfremdung der Mitglieder der beiden Teile so wie die sichtbare Trennung durch die Umgehungsstraße machen die Zusammenarbeit schwer. Man fühlt sich nicht mehr als Eins und es kommen Missverständnisse auf und Realitäten. Dieser Erbe bekämpft der Vorstand bis heute auf vielen Ebenen.
Hilfreich sind dabei die gemeinsamen Aktionen und Feste.
Wurden die Gärten in Teil1 neu vermessen und es wurden ganze 4 neue Gärten erschaffen. Trotz der Trennung durch die Umgehungsstraße arbeiteten die Kleingärtner/innen gut zusammen und Leisteten erstaunliches.